Der Austrian World Summit – ein Feigenblatt?

Unter dem Motto „We have the power“ fand am 16.05.2023 zum siebten Mal der AUSTRIAN WORLD SUMMIT mit Gastgeber und Initiator Arnold Schwarzenegger in Wien statt.  Dieser reiste medienwirksam Erster Klasse in einem Linienflugzeug an. Während Schwarzenegger drinnen von der Klimakrise als einem „Notfall und dieser Notfall erfordert Handeln“ sprach, demonstrierten draußen Klimaaktivistinnen von Fridays For Future Ukraine & Österreich vor der Hofburg, die dem Event Greenwashing vorwerfen. Umweltorganisationen waren beim diesjährigen Summit nicht eingeladen worden.

 

„Weil es einer von diesen vielen Klimagipfeln ist, wo sich wichtige Menschen treffen – oder sie glauben es, zu sein“. Wieder werde darüber geredet, was man tun könne, „während schon sehr lang klar ist, was man denn tun muss“. Lena Schilling von Fridays fo Future

 

Die Forderungen der Klimaaktivistinnnen

Da dieser Klimagipfel im Zeichen von Frieden und Klimaschutz stehen soll,  fordern die Aktivistinnen von Fridays for Future den längst überfälligen Ausstieg aus russischem Gas und die dafür dringend notwendigen Gesetze für eine radikale Wärme- und Energiewende. Für Energieeffizienz und den Ausstieg aus Gasheizungen braucht es ein wirksames Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) und ein Energieeffizienzgesetz (EEffG).

 

Was hat der Summit gebracht?

Die diesjährige Klimakonferenz Austrian World Summit in der Wiener Hofburg stand im Zeichen der Energiekrise und dem Thema Klimaschutz als friedensicherendes Element.

Bundespräsident Van der Bellen meinte in seiner Begrüßungsrede: „Was immer uns der Klimaschutz heute kostet, ist nichts im Vergleich zu dem, was es kosten würde, nichts zu tun.“ Er ging auch auf die Verfehlung der Pariser Klimaziele und die zu hohen Treibhausgasemssionen ein.

Auf der Gästeliste des Klimagipfels fanden sich vorwiegend Wirtschaftsvertreterinnen von Großkonzernen wie BMW und Allianz bis zu Start-Ups und kaum Politikerinnen, weshalb keine konkrete Maßnahmen abgeleitet werden können und auch di Sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen infrage steht. „Natürlich sind Personen mit Reichweite da, und es ist mit Sicherheit begrüßenswert, dass etwas getan wird. Und weil das Gespräch und die öffentliche Debatte angestoßen wird. Wir brauchen Taten, nicht nur Worte. Es ist halt die Frage: Wenn es nicht politisch legitimiert ist, wie viele Taten dann auch wirklich darauf folgen können.“ meint dazu die Wiener Klimaforscherin Sarah Kessler, die am Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit der Wirtschaftsuniversität Wien forscht. Der Gipfel laufe Gefahr, ein Feigenblatt zu sein, dass von den wirklichen Themen und dringend notwendigen Handlungen der Politik ablenke.

„Die Politik versagt beim Klimaschutz“ so die Klimaforscherin, denn ansonsten wären Proteste wie die Klimakleberaktionen und der Summit nicht notwendig.

 

Daher ganz in unserem Sinne #handelnstattreden!

 

Bild ©️Lilith Sauer